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Ha’apai im Wind

October 22, 2013

Die Ha’apai Gruppe besteht aus 62 Inselchen, 45 davon sind unbewohnt und manche auch nur eine etwas größere Sandbank mit ein paar Büschen und Palmen.
Es wohnen immerhin um die 8.000 Menschen hier. Die meisten davon auf den beiden Hauptinseln Lifuka und Foa.
Die beiden sind mit einer ‘Brücke’ verbunden. Eigentlich ein aufgeschütteter Wall, im Moment wird gerade neu gebaut. Finanziert von Deutschland.

Hier wird überhaupt sehr viel Geld aus dem Ausland investiert. Wassertanks von den Australiern, Solarpanele von den Japanern (inklusive Batterie, jedes Haus hat eins bekommen in Vava’u), vieles von Neuseeland und in jedem Örtchen stehen ein paar Kirchen der diversesten katholischen Religionen. Oft so riesige Hallen in einem 20 Einwohner Dorf. Wie das funktioniert ist uns ein Rätsel, oder gibt’s da am Sonntag einen Kirchen Parcour? Kirchenglocken bimmeln häufig, manchmal um 5.30 Morgens.

Begräbnisse sind auch eine riesige Sache. Klageweiber, alle schön in schwarz mit den umgebundenen Pandanus Matten (sogar Schüler müssen eine Matte in die Schule um den Bauch tragen, aber nur die Jungs, diese Matten werden auch zu jeder Uniform getragen), Bast oder Pandanusblattröcke oder geknüpfte (wie Makramee) ‘Bauchbinden’. Manche sind sehr kunstvoll mit eingearbeiteten Kokosnußteilen oder Muscheln.
Und dann geht’s Richtung Friedhof. Im Pick Up Truck oder zu Fuß. Da liegen dann auch die Schweinderl drin für’s anschließende Fest. Die Gräber bestehen aus einem Sand oder Korallenschutthügel und oben drauf kommen ganz viele Plastikblumen. Und dahinter eine sehr schöne Decke (Patchworkarbeit, manchmal gefüllt mit irgendwas, wie eine Steppdecke) aufgespannt auf Hölzer. Richtig große Gestelle. Die rotten dann dahin mit der Zeit.

Auf einem Friedhof sind viele Ausländer im 19. und 20. Jahrhundert begraben worden. Missionare, Händler etc. Darunter auch ein Denkmal für Shirley Baker, Tonga’s erstem Premierminister und Berater von König George Tupou I (ab 1831 im Amt).
Das ist auch eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel. Neben einem Fort (man sieht nix, nur eine Tafel) und einem königlichen Friedhof.
Und einer Tafel an der Stelle des ‘Port-au-Prince’ Disasters. Das war ein Britisches Schiff das 1805 überfallen wurde. Die Briten haben es zerstört und sich umgebracht um nicht in fremde Hände zu fallen. Der 15 Jahre alte William Mariner hat überlebt und wurde vom Chief aufgenommen. Nach 4 Jahren durfte er zurück nach England. Und mit Hilfe eines Anthropologen hat er ein Buch über die Bräuche und Sitten von Tonga geschrieben. Wir haben’s nicht gelesen…

Aber dafür ALLE Sehenswürdigkeiten per Fahrrad abgeklappert. Und ganz in den Norden von Foa. Da gibt’s zwei schöne Resorts mit ein paar Bungalows und sogar Touristen. Die kommen alle am Miniairport an, die Rollbahn geht von einem Ufer zum Anderen, die Straße quer drüber. Wir haben’s geschafft beim Hin und Retourweg warten zu dürfen. Und das bei ca 5 Fliegern am Tag! Gutes timing! Waren dann auch noch airport schauen. Da kann man immer so gut im Kühlen sitzen und auf ein schönes Klo gehen. Die Flieger sind winzig, die 6 Passagiere mußten reinklettern und sich reinfalten.

Im Inselinneren wird auch Obst und Gemüse angebaut aber viel weniger als in Vava’u. Es regnet auch weniger. Der Markt ist nicht sehr gut bestückt, es baut wohl jeder selbst etwas an.

Viel haben wir von der restlichen Ha’apai Gruppe noch nicht gesehen. Nach der Radtour auf den Hauptinseln sind wir auf die nächste Insel im Süden. Ouleva, und dort haben wir uns vor’m Wind versteckt. Leider recht schaukelig. Waren nur ein Mal tauchen, zu kalt! Und zu windig um mit dem Dinghy weiter zu fahren. Abend mit den Nachbarn BBQ am Strand, Inselumrundung, faulenzen. Es gibt kaum geschützte Ankerplätze, meist steht man nur hinter einem Riff, bei wenig Wind kein Problem, bei viel aber schon, vor Allem bei Flut wird’s richtig ungemütlich. Bald kommt auch noch eine Front an, wir warten.

Jetzt ankern wir wieder gut geschützt beim airport, müssen bald zu den Behörden, entweder ausreisen oder verlängern. Und bei der Herfahrt hat sich ein 6 kg Thunfisch geopfert, lecker!

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