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Fiji nach Futuna

July 13, 2013

Tag 1:
Wir verlassen den schaukeligen Ankerplatz vor Denarau nachdem wir am Vortag noch unser Paket aus USA abgeholt haben. Chico vom Kat ‘Chi’ war so nett und hat für uns mitbestellt und die Kartons direkt am airport in Empfang genommen.
Beschläge und Leinen um viel Geld, hier aber leider nicht zu bekommen. Das ist das Wantenprojekt (Abspannung vom Mast).

Morgens wie immer kein Wind, also motoren. Nach ca 2 Stunden eine Brise, wir dümpeln mit 1,5 bis 3 Knoten dahin. Ab Mittags wird’s hurtig. Man segelt aber im Schutz einiger Riffe und daher auch fast keine Welle, angenehm! So sollte es immer sein!

An hübschen Inselchen der Mamanucas und Yasawas vorbei, eigentlich würden wir lieber hier ankern als ein paar Nachtfahrten zu unternehmen. Sieht einladend aus.
Für Abendessen wird auch gesorgt, ein kleiner Thunfisch, 65cm, 4kg, genau richtig!
Nach großzügigem Zerteilen bleiben ca 2kg Fleisch über, zu viel. Also ein paar Gläser auf Vorrat einkochen.
Nach sunset schläft der Wind ein, auch wie immer. Rechnen mit einer gemütlichen Nacht, dem ist aber nicht so, es heißt plötzlich reffen und festhalten.
Sind schon außerhalb des schützenden Riffes, steile kurze Welle, wir viel zu schnell, fast zum Fürchten!
Alles scheppert und kracht und natürlich reißt wieder eine Leine der Wantenabspannung. Immer wieder eine Freude im Finstern!
Dann kommt auch noch eine Backstag runter (die Abspannung des Mastes nach hinten). Einfach durchgerissen die Dyneema Leine.

Tag 2:
Nach der aufregenden Nacht ein sehr angenehmer Segeltag. Kaum Welle, genug Wind um mit 6 bis 8 Knoten dahinzurauschen.
Aber nur bis Nachmittags, dann wieder fast Flaute, haben einiges an Strömung gegen uns und kommen kaum weiter.
Nachts wieder unangenehm viel Wind. Dieses Mal bricht die Klemme mit der die Wantenabspannung fixiert ist. Wir montieren die Leine mit Umlenkungen über eine Klampe und hoffen.

Tag 3:
Die ersten beiden Tage können wir guten Kurs segeln, ca 60 Grad, nach Futuna sind es ca 75 Grad, so weit östlich geht nicht, der Wind kommt aus ca 115 Grad.
Heute wird es immer schlechter, zuerst 50 gegen Ende nur mehr 20 Grad, Wind dreht auf Ost.
Wir wenden und natürlich bricht dann auf der anderen Seite die Klemme. Wir machen uns Sorgen um das Rigg. Der Mast schwankt böse, es reißt auch das Seil womit der Mast gedreht wird.
Wir müssen gegen mächtige Wellenberge und Strömung ankämpfen. Wendewinkel ca 160 Grad! Statt normalerweise ca 100. Gischt fliegt übers ganze Schiff, wir krachen in jede Welle.

Tag 4:
Wir segeln wieder Richtung Nordosten. Dieses Mal haben wir Glück und das Unglück passiert bei Tageslicht.
Die Befestigung der Wantenabspannung reißt mitsamt einem großem Stück Holz aus dem Deck. 2 achter Bolzen brechen, die anderen brechen mitsamt einem Stück der 2 cm Holzstärke einfach aus. Ein Loch im Deck, nicht gut, keine Befestigung, auch nicht gut.
Wir fallen ab, verlieren dadurch leider wieder Meilen und werfen den Generator an.
Neue Löcher bohren, zum Glück finden wir noch Bolzen. Wir kämpfen mit Übelkeit bei der Schrauberei im Rumpf.
Ins Loch kommen Plastisackerl, fest reingestopft, Wanne drunter, wird schon gehen.
Mittlerweile haben wir sowieso schon so viel Salzwasser im Rumpf, auch schon egal. Sämtlich Fetzen und Handtücher liegen verteilt an allen Wassereinbruchsstellen.
Das Schiff ist eindeutig nicht für Bolzerei gegen Wind und Welle gebaut. Irgendwo kommt Wasser in den Zwischenboden und kommt an den unmöglichsten Stellen wieder raus.

Tag 5:
Die Nacht ein Wahnsinn, zwei Mal reissen Leinen, wir können nicht mehr.
Kein Schlaf, Squalls, Regen, reffen, langsam, ausreffen, neue Leinen abschneiden und montieren, dann auch noch steuern weil wir sonst einen ganz schlechten Kurs laufen. Aber ein Ende ist absehbar, noch 60 Meilen.
Um Mitternacht tasten wir uns endlich an Futuna heran. Immer unangenehm Nachts anzukommen, vor Allem hier wo es keinen geschützten Ankerplatz gibt.
Es gibt zwei Stellen mit ca 10m, da versuchen wir es, noch immer Welle, Felsgrund, Anker hält nicht und die Kette macht ganz seltsame ruckelnde Bewegungen.
Wir geben viel Kette und irgendwann greift der Anker, wir hoffen und versuchen zu schlafen. Statt der 370 direkten Meilen ware es doch 540.

In der Früh wollen wir uns in den “Hafen” verlegen. Eine winzige Bucht mit einem hohen Pier für Frachter. Es sieht etwas weniger schaukelig aus.
Huch, das Trampolin hängt durch. Es hat durch das viele Wasserschaufeln tatsächlich einige Befestigunsleinen zerrissen, zum Glück sind wir nicht reingestiegen Nachts.
Ok, egal, in den Hafen. Hmmm, die Kette hakt. Die Rolle mitsamt dem 10er Bolzen ist weg. Kein Wunder das sie so seltsame Geräusche verursacht hat. Sie läuft jetzt direkt über Stahl.
Wir bleiben und reparieren. Das ganze Ding zerlegen, Ersatzrolle suchen, Bolzen suchen, montieren. So geht’s zwar aber nicht auf Dauer.

Das Hafenbecken ist so eng das wir rundherum nahe am Riff stehen. Mittlerweile ist es Mittag und wir warten, hier sperrt alles von 11.30 bis 14.00.
Hannes mischt Epoxymantsche und macht das Loch zu. Nicht ideal aber vorerst ok. Netz wieder anbinden, usw.
Anlegen am Pier mit dem Dinghy ist auch spannend. Man muß bei Ebbe ca 4m eine rostige Leiter raufklettern. Dann fehlen einige Bretter und alles sieht am Zerfallen aus.
Wir suchen die Gendarmerie, der Zoll hat nachmittags gar nicht offen. Gehen kurz spazieren, hier ist nicht viel los! Wäre eine ideale Insel für Fahrradtouren! Wirklich schön, viel Natur, nur ca 4.000 Einwohner! Nachmittags neue Klemmen anbringen, neue Leinen zuschneiden, montieren.

Die Nacht wieder furchtbar, Welle seitlich, der Mast schaukelt, alles scheppert. Wind ist gerade günstig um nach Wallis zu segeln. Wir beschließen zu flüchten. Zum Zoll Ein/Ausklarieren.
Um 9.00 legen wir ab, es sind nur 125 Meilen, nur eine Nacht, vielleicht…

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