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Die Erste Woche, Panamanian Roulette

September 15, 2012

Zur Statistik:
Meilen bis Tahiti: 4.460
Zurückgelegte Seemeilen: 696
Dem Ziel dabei nähergekommen: 470 sm
Wind aus Südwest mit 2-10 Knoten, Strömung aus West mit 1-2 Knoten Minimum Etmal: 71 sm, Maximum: 129 sm

Also seeeehhhhr mühsam. Wir kreuzen. Und werden von der Strömung nach Panama retour geschoben.
Wendewinkel deprimierende 150 Grad (90 – 100 sollten’s sein), es geht nix weiter. Abgelegt haben wir am 2.9.
Am Tag vorher noch unser letztes Kleingeld bei einem kleinen Ort ausgegeben, konnten leider nicht an Land gehen weil so viel Schwell war aber bekamen Bananen und Papayas im Einbaum geliefert. Es war auch grad eine Fiesta, laute Musik, sicher gutes Essen, aber an Land zu schwimmen hat uns dann doch nicht gefreut.

Die ersten Tage alle gleich:
Viele Gewitter und schwarze Regenfronten, wir spielen jetzt seit ein paar Monaten ‘Panamanian Roulette’, schlägt’s ein oder nicht?????
Haben Glück und segeln meist zwischen den Fronten durch. Vor dem Gewitter mächtig viel Wind in alle möglichen Richtungen, je nachdem wo dir Front vorbeizieht. Kaum steckt man drin ist’s mit Wind vorbei. Hinter der Front bewegt sich kein Lufthauch. Das wird alles gefressen vom Unwetter. Spannend. Sie ziehen auch nicht immer in die gleiche Richtung.
Segel reffen, ausreffen, hmmm, doch reffen, ui da kommt das nächste Gewitter, kommt das näher? Sieht nicht so aus, oder doch? Die Wolkenbänke stehen oft nur so rum und bewegen sich nicht man merkt’s erst wenn der Wind stärker wird, oder auch nicht.
Dann wieder ein Wolkenbruch ohne der kleinsten Brise. Das viele gute Wasser. Wir duschen und frieren, es kühlt rapide ab auf 24 Grad. Dafür braucht der Kühlschrank weniger Strom.
Nachts ist es noch spannender. Blitze ringsum. Welche kommen näher? Woher donnert’s am lautesten?
In der ganzen Woche haben wir einen einzigen sonnigen, gemütlichen Segeltag wo wir draussen sitzen können.

Ein weiteres Abenteuer:
Um 1.30 Nachts kommt ein Hubschrauber näher. Seltsam, wir sind ca 50 Meilen von der Küste entfernt und segeln nach Süden. Der Hubschrauber umkreist uns. Einige Male. Da kommt ein großer schwarzer Fleck auf uns zu. Bitte WAS ist das?
Ein Kriegsschiff. Total unbeleuchtet. Der Hubschrauber kreist weiter, einmal steht er ganz nah neben uns.
Das Schiff fährt vorbei und dreht hinter uns mit Beleuchtung bei, der Hubschrauber kreist weiter.
Nach ca 30 Minuten werden wir beleuchtet und es rast ein schwarzes Schlauchboot heran.

Amerikaner. Ist wohl die Coast Guard aber wir fragen nie, wir wundern uns nur.
Erste Frage: Waffen an Bord? Zweite Frage: Woher, wohin? So geht es weiter. Wir segeln weiter, nicht schnell aber mit viel Welle. Sie folgen mit ein paar Metern Abstand. Ein richtiges Verhör.
Schiffspapiere, Crewliste, wir haben zum Glück alles in Kopien und geben das der Crew. 6 Mann in voller Montur. Einer schreibt mit. Bei dem Geschaukele. Anscheinend sind wir sehr verdächtig, hier bei Nacht nach Süden zu segeln, wir kämen ja in Kolumbien an.
Sind wir durch den Kanal? Und so weiter. Das Ganze dauert sicher noch eine halbe Stunde. Der Hubschrauber ist mittlerweile gelandet und das Schiff ausser Sichtweite.
Wir sind uns nicht sicher ob sie uns glauben oder ob es einfach zu viel schaukelt und zu finster ist, keiner will an Bord kommen und irgendwann fahren sie retour. Auf jeden Fall eine interessante Sache. Und sicher nicht ganz billig so ein Aufwand um ein kleines Segelschiff zu kontrollieren. Zum Glück wollten sie nichts vom Rum Vorrat wissen….

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