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Brieftaubentransport

March 25, 2012

Tag 6, zurückgelegte Meilen: 365
Das sagt fast schon alles, wenig bis kein Wind, dafür mächtige Wellen da die Tage vorher Starkwind durchzog.
Wir wußten von dem Schwachwind Gebiet, hofften aber an der östlichen Seite des Hochs immer noch 10-15 Knoten Wind zu haben, so stand’s in den Vorhersagen, in Wirklichkeit waren’s magere 3-5 Knoten.
Und wir wollten endlich los, das letzte Mal einkaufen, beim Chinesen Buffet den Bauch vollschlagen, nochmals schlafen und los. Am 20. war’s soweit.
Unsere 24 Std Etmale steigern sich aber schon beträchtlich, 60, 63, 71, 73 und 94 Meilen.
Heute soll der Wind auffrischen und da werden’s hoffentlich endlich mal über 100. Irgendwann wollen wir ja auch ankommen.

Aber eigentlich sind wir nicht hier um zu Segeln sondern um unseren Gast zu betreuen.
Noch in Sichtweite von Teneriffa ist uns eine beringte, sehr erschöpfte Taube zugeflogen.
Da hockt sie also und gackt alles voll. Zum Glück ist sie zahm, und lernfähig. Ging Anfangs brav in unsere grüne Geschirrwaschwanne fressen und da blieb sie dann. Von kurzen Schiffserkundungsgängen abgesehen. Auch die Küche wurde begutachtet.
Mit Brot und rohem Reis haben wir sie aufgepäppelt, jetzt geht’s ihr schon so gut das sie uns ignoriert, also überall herumhüpft, alles voll gackt, Trainingsrunden um’s Schiff fliegt, und nur mehr zum Fressen in die Wanne geht. Nachts flüchtet sie auf den Geräteträger damit wir sie nicht nochmals nehmen und in die Wanne setzen können. Wir wollten sie aber nicht in einen Karton sperren, irgendwie gemein sowas. Ist eine ganz Hübsche, hellgrau mit grün-violett schimmerndem Kragen.
Und eine Brieftaube. Dank Christoph’s Morgenfunkrunde wurde der Taubenzüchterverband in Madrid informiert, bis jetzt wissen wir aber nicht was mit ihr geschehen soll.
Uns geht langsam Zeitungspapier und Karton aus, ist auch schwierig Papier anzubringen, der Wind bläst fast alles fort.
Also muß die Cx fleissig Taubengacke putzen, seeeeeehr hartnäckig das Zeug, und hinterläßt hübsche grüne Flecken in unserem babyblauen Lack. Ach ja, und es stinkt….

Wir haben also mal wieder unseren Plan geändert und segeln zu den Kap Verden, hoffentlich fliegt sie freiwillig von Bord und hat nicht Optimist als ihren Taubenschlag angenommen. Bis in die Karibik reicht unser Papiervorrat nicht, und der Reis auch nicht! Letzte Nacht bekamen wir dann noch eine Schwalbe dazu, schwarz mit rotem Kopf.
Nach etlichen Cockpitanflügen mit probesitzen auf den Schalthebeln, Leinen, Displays, ist sie durch den Spalt des gekippten Fensters hinein und zielstrebig in’s Lüftungsloch an der Decke rein. Das war aber zu kurz, also doch in der Küche sitzen. Die Nacht mußte sie dann aber doch am Steuerrad verbringen. Heute ist sie wieder weg, wohin auch immer.
Die Taube bleibt aber, kann wer eine Brieftaube brauchen?
Nr: ESP-CAN, R.F.C.E. 2011 209416
Abzuholen in 3-5 Tagen auf den Kap Verden…..

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